Pemiere: Lernentwicklungsberichte an der IGS Bramsche

Pemiere: Lernentwicklungsberichte an der IGS Bramsche
lernentwicklungsbericht

Logbuch und Lernentwicklungsbericht sind zwei wichtige Instrumente, um die Entwicklung ein es Schülers zu dokumentieren. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Am 27. Januar ist „Zeugnistag“. Nicht ganz so an der neuen Bramscher IGS. Hier werden zwölfseitige „Lernentwicklungsberichte“ – kurz LEB – verteilt. Für IGS-Leiter Thomas Behning ist das ein gravierender Unterschied – und eine Premiere in Bramsche.

Anders als manch einer gedacht haben mag, handelt es sich bei den LEB nicht um ausformulierte Berichtszeugnisse, wie sie den Eltern aus den ersten beiden Jahrgängen der Grundschule vertraut sind. Das Kollegium der Gesamtschule hat ein Raster entwickelt, mithilfe dessen für jedes Fach, und da wiederum für jeden Themenbereich , festgehalten wird, welche Kompetenzen sich der Schüler im Unterricht angeeignet hat. Unter dem Stichwort „Hörverstehen“ finden sich die Sätze „Du kannst das Wesentliche von kurzen Mitteilungen erfassen“ oder „Du kannst kurzen Hörtexten die Hauptinformationen entnehmen“. Wie weit diese Fähigkeiten entwickelt sind, lässt sich anhand der Einteilung in „Sicher“, „überwiegend“, „teilweise“ oder „noch nicht erreicht“ einordnen. Ein ähnliches Raster wurde für alle Fächer erarbeitet. Das Raster soll die Aussagen des Lernentwicklungsberichts nachvollziehbar machen. Ausformulierte Berichtszeugnisse könnten zu Missverständnissen führen, meint der Schulleiter.

Das „noch“ vor dem „nicht“ist ganz wichtig

Für jedes Fach findet sich zudem eine Einschätzung des Arbeitsverhaltens. Zu der Aussage „Du beteiligst dich aktiv und konstruktiv am Unterrichtsgeschehen“ findet sich wiederum ein Kreuzchen – bei „sehr sicher“, „Überwiegend“, „teilweise“ oder „noch nicht“. „Das ‚noch‘ ist ganz wichtig“, unterstreicht Behning, „wir wollen Perspektiven aufzeigen und nicht beurteilen“. Deshalb findet sich am Fuß der Seite noch ein Feld für eine Bemerkung. „Toll, wie du bei dem Projekt XY mitgemacht hast“ kann es da heißen, oder auch „Du bist noch häufig abgelenkt. Deine Wochenplanaufgaben sind nicht immer erledigt“. „Wir wollen schließlich Kompetenzen vermitteln und keine Kuschelpädagogik betreuen“, unterstreicht Behning mit Nachdruck.

Ziele für die nächsten Monate

Die Lernentwicklungsberichte sind zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres Gegenstand von sogenannten LEB-Gespräche zwischen Eltern, Schülern und den beiden Tutoren (Lehrern) einer Klasse. Dabei werden die Ziele für die kommenden Monate festgelegt, verbindlich und mit Zeitangabe, unterstreicht Behning. Ein wichtiges Instrument der Kontrolle solcher Zielvorgaben ist das „Logbuch“, das alle Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schuljahres ausgehändigt bekommen haben, und in dem alles Beteiligten vom Schüler über die Eltern bis zum Lehrer das Geschehen im Unterricht und die Entwicklung des Schülers dokumentieren. „Ostern überprüfen wir dann, was aus den Absprachen geworden ist“, kündigt Behning an.

Welcher Weg führt zum Ziel?

„Wir möchten erreichen, dass sich die Kinder mit den Themen auseinandersetzen wollen“, fügt er hinzu. Skeptikern, die fürchteten, ohne Noten gebe es kein Druckmittel mehr, hält Behning entgegen: „Es gibt immer Kinder, die mit dem Notendruck nicht umgehen können oder wollen, die einfach mehr Zeit brauchen oder sehr sensibel sind. Die Frage kann doch nur lauten: Welcher Weg führt zum Ziel.“

Bramscher Nachrichten vom 26. Januar 2016

 

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